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Biodiversit?t

Nach einem Stadtratsbeschluss Ende 2010 hat Oberbürgermeister Michael Kissel die Deklaration ?Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet. Die Stadt Worms ist damit dem Bündnis von engagierten Kommunen zum Schutz und zur Entwicklung der lokalen biologischen Vielfalt beigetreten.

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Pauline und Paula  auf dem Ibersheimer Werth?
Pauline und Paula auf dem Ibersheimer Werth

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum ?Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt“ erkl?rt.

Dies bildet einen Meilenstein für die Erhaltung der Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Ziel ist es, den Menschen die Bedeutung von biologischer Vielfalt für eine gesunde und nachhaltige Entwicklung n?her zu bringen und den weltweiten Artenverlust zu stoppen.

Am 3. Februar 2010 fand in Deutschland das erste Dialogforum zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt mit dem Akteurskreis "Kommunen" im Bundesamt für Naturschutz in Bonn statt. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 30 Kommunen sowie des Deutschen St?dtetags und des Deutschen St?dte- und Gemeindebundes diskutierten darüber, wie die biologische Vielfalt zukünftig verst?rkten Niederschlag im kommunalen Handeln finden kann.

Das Dialogforum machte deutlich, dass St?dte und Gemeinden aufgrund ihres gewaltigen ?kologischen Fu?abdrucks eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt (Biodiversit?t) haben. Global betrachtet bedeckten St?dte lediglich 2 % der Erdoberfl?che, verbrauchten aber gleichzeitig 75 % der Ressourcen und erzeugten 80 % der CO2 -Emmissionen.?

Als Ergebnis des Dialogforums wurde gemeinsam eine Deklaration erarbeitet, mit deren Unterzeichnung St?dte und Gemeinden ihren Willen bekunden k?nnen, sich weiter für die Biodiversit?t in ihren Kommunen zu engagieren. Erfolgreiche und umfassende Ma?nahmen sind nur mit dem entsprechenden politischen Willen und mit der Akzeptanz in der Bev?lkerung umsetzbar. Es gilt daher, die Akzeptanz von ?Schutz der Natur“ und ?Biologischer Vielfalt“ in der breiten Bev?lkerung sowie auf der politischen Ebene zu f?rdern. Die ?grüne Infrastruktur“ müsse, so das Dialogforum, dem Erhaltung und der F?rderung der biologischen Vielfalt sowie den Wechselwirkungen zwischen St?dten und Umland Rechnung tragen. Auch die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Natur müssten im Rahmen der Stadtentwicklung mehr berücksichtigt werden.

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Die Deklaration ?Biologische Vielfalt in Kommunen“ wurde am 22. Mai 2010 anl?sslich des internationalen Tages der Biodiversit?t mit der Nennung aller bis dahin unterzeichnenden Kommunen (132 Kommunen) ver?ffentlicht.?

Im Rahmen des Wormser Jahresprogramms ?Vielfalt ist Reichtum“ zum ?Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt 2010“, fand am 25. Juni 2010 ein ?Projekttag“ im Rathaus der Stadt Worms statt, zu dem verschiedenste Akteure (Stadtratsmitglieder, Verb?nde, Lokale Agenda Worms etc.) sowie Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren. In drei Workshops (Naturerleben, Biodiversit?t im Innenbereich, Biodiversit?t im Au?enbereich) wurden Ziele und Projekte diskutiert und festgelegt. Die Ergebnisse der drei Workshops wurden in die st?dtische Deklaration bzw. Anlage zur Deklaration eingearbeitet:

...Deklaration (PDF)

...Anlage (PDF)

...Anhang (PDF)

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Das Wormser Programm zum "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt 2010"

Vielfalt ist Reichtum, nicht nur in Bezug auf die Tier- und Pflanzenwelt. Erlebbar wurde dies, im UNESCO-Jahr der biologischen Vielfalt, durch das Programm der Stadt Worms von Mai bis Dezember 2010 mit unter anderem Vortr?gen, Führungen, Aktionen, Ausstellungen und Konzerten. Einen überblick über alle 56 Programmpunkte bietet der Flyer "Vielfalt ist Reichtum – Worms 2010".?

Das Programm k?nnen Sie ...hier herunterladen (PDF)

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Biologische Vielfalt - Was ist damit gemeint?

Die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde, die biologische Vielfalt, umfasst die folgenden drei Ebenen:

  • die Vielfalt an ?kosystemen bzw. Lebensgemeinschaften, Lebensr?umen und Landschaften,?
  • die Artenvielfalt,?
  • die genetische Vielfalt innerhalb der verschiedenen Arten.


Das zentrale weltweite Abkommen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ist das übereinkommen über die biologische Vielfalt, die Biodiversit?tskonvention (englisch: Convention on Biological Diversity, CBD).

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Jahr 1992 hat die Weltgemeinschaft das UN-übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) verabschiedet mit dem Ziel, weltweit dem dramatischen Verlust an Arten, Lebensr?umen und genetischer Diversit?t zu begegnen. Deutschland hat sich international mit Nachdruck für die Ziele der CBD eingesetzt und im Jahr 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt vorgelegt (BMU 2007). Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beinhaltet eine Vision für die Zukunft, die durch rund 330 Qualit?ts- und Handlungsziele zu einer Vielzahl biodiversit?tsrelevanter Themen konkretisiert wurde. Zu diesen Bemühungen geh?rte auch die Vereinbarung bis zum Jahr 2010 den weltweiten Verlust der biologische Vielfalt zu verlangsamen oder zu stoppen. Diese internationalen Bemühungen sind nicht gelungen, sie sind gescheitert.
Die Nationale Strategie sieht auch die Gründung eines Bündnisses für biologische Vielfalt vor, indem sich St?dte und Gemeinden zusammen schlie?en. Dazu wurde auch im Jahr 2010 eine Deklaration zum Erhalt der biologischen Vielfalt erstellt, an die sich St?dte und Kommunen anschlie?en konnten.

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Warum brauchen wir biologische Vielfalt?

Es gibt zahlreiche ?kologische, ?konomische, soziale und auch ethische Gründe, biologische Vielfalt zu erhalten und zu bewahren:

  • Generationengerechtigkeit. Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (gem?? Grundgesetz Art. 20 a).?
  • Ern?hrung des Menschen (Pflanzen und Tiere spielen eine entscheidende Rolle).?
  • Technische Erfindungen (Stichwort: Bionik). Pflanzen und Tiere liefern "Vorlagen?.?
  • Erbinformationen, genetischen Ressourcen (Ern?hrung, Medizin)?
  • "Dienstleistungen" der Natur (Luft, Wasser, best?ubende Insekten, CO2 -Speicherung?
  • Erholungsnutzung: "sch?ne" Landschaft vermittelt Wohlbefinden
  • Klimawandel: Erhalt der genetischen Variabilit?t der Arten

Anhand der Beispiele, die hier nur kurz beschrieben werden k?nnen, sieht man die ?Vielf?ltigkeit“ des Nutzens einer intakten Biologischen Vielfalt für den Menschen. Doch die biologische Vielfalt ist auf vielf?ltige Art und Weise durch den Menschen bedroht. Zu den wichtigsten Gefahren geh?ren:

  • Direkte Zerst?rung von Lebensr?umen?
  • übernutzung und Degradation (sukzessive Verschlechterung des Zustandes)
  • Nutzungswandel (z.B. in der Landwirtschaft – vorher extensive, jetzt intensive Beweidung/Grünlandbewirtschaftung)
  • Gebietsfremde Arten (z. B. Riesen-B?renklau, Drüsiges Springkraut)?
  • Klimawandel: Die ?kosysteme k?nnen sich an die zu schnelle Ver?nderungen des Klimas nicht anpassen. Es kann zum Aussterben von isolierten Populationen oder Arten kommen.

St?dte und Kommunen haben eine wichtige Bedeutung beim Erhalt der biologischen Vielfalt. Daher sollen Aktivit?ten auf der unteren, der kommunalen Ebene gezielt gest?rkt werden.

  • Aspekte der biologische Vielfalt sollen als eine Grundlage nachhaltiger Gemeindeentwicklung berücksichtigt werden.?
  • Die Anforderungen, die die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor Ort stellt, werden bewusst in die Entscheidungen auf kommunaler Ebene einbezogen.
  • ?Die unterzeichnenden Kommunen wirken darauf hin, dass finanzielle Rahmenbedingungen und fachliche Grundlagen geschaffen werden, um die biologische Vielfalt gezielt erhalten zu k?nnen.


Für die Kommunen sind vier zentrale Handlungsfelder zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zentral zu bearbeiten, um den Anforderungen gerecht zu werden:

  1. Grün- und Freifl?chen im Siedlungsbereich
  2. Arten- und Biotopschutz
  3. Nachhaltige Nutzung
  4. Bewusstseinsbildung und Kooperation


Die Stadtverwaltung Worms hat neben der nationalen Deklaration zum Erhalt der biologischen Vielfalt in einem eigenen Projekt- und Strategiepapier die Handlungsfelder analysiert, an einem Projekttag vorgestellt, diskutiert und durch Stadtratsbeschluss vom 08.12.2010 verabschiedet.

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Deutscher Alant (geschützte Pflanze)?
Deutscher Alant (geschützte Pflanze)
Kaulquappen der Kreuzkr?te?
Kreuzkr?te - Kaulquappen
Wei?storch?
Wei?storch

Biologische Vielfalt in Worms

Die Erhaltung der Biologischen Vielfalt blieb auch in Worms in den zurückliegenden Jahren nicht unbeachtet. Der Rückgang bis hin zum Verschwinden vieler Tier- und Pflanzenarten ist im Stadtgebiet bei genauer Betrachtung nicht zu übersehen. So sind z.B. viele Arten der freien Feldflur, wie die Feldlerche oder die Grauammer rückl?ufig hinsichtlich ihres Bestandes. Der Feldhamster ist nur noch mit wenigen Exemplaren vorhanden. Die Amphibienbest?nde sind weiterhin in einem kritischen Bestandszustand. Pflanzen und Pflanzengesellschaften sind durch Beseitigung oder überdüngung bedroht. Um die gef?hrdeten Arten und Pflanzen jedoch wirkungsvoll zu sichern, ist es vordringlich über die Biologische Vielfalt und die Gründe ihrer Erhaltung zu informieren. Das Bundesumweltministerium (BMU) fasste dies in einem Leitfaden (2010) so zusammen:

?Die biologische Vielfalt (oder kurz: Biodiversit?t) ist eine wesentliche Grundlage für das Leben und die Gesundheit der Menschen. Sie umfasst nicht nur den Reichtum an Arten bei Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen, sondern auch die Vielfalt an Lebensr?umen und die genetische Vielfalt. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Schutz und nachhaltige Nutzung sichert langfristig die Bedürfnisse der heutigen Generation und künftiger Generationen. Sie z?hlt neben dem Klimaschutz zu den gro?en Herausforderungen unserer Zeit“ (BMU, 2010).

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Riedelfl?che Abenheim-Herrnsheim?
Riedelfl?che Abenheim-Herrnsheim
Rheinaue?
Rheinaue

Aktivit?ten in Worms

Die Stadt Worms ist bereits seit vielen Jahren aktiv dabei, Artenschutzma?nahmen umzusetzen. In vielen F?llen ist dabei eine Fl?chenverfügbarkeit Grundvoraussetzung, um neue Entwicklungen und Biotopvernetzungen umsetzen zu k?nnen. Dabei spielt natürlich die Finanzierung von Ma?nahmen oder Fl?chenank?ufen bei leeren Kassen eine wesentliche Rolle. Mittels projektbezogenen Ausgleichsmitteln von Eingreifern in Natur, Landschaft und bei geschützten Arten sowie F?rdermittel des Landes Rheinland-Pfalz ( z. B. ?Aktion Blau“ – Renaturierung der Gew?sser) k?nnen z. T. Ma?nahmen im Wormser Stadtgebiet ohne Einsatz st?dtischer Haushaltsmittel umgesetzt werden. Für bedrohte Arten k?nnen dadurch wesentliche Ma?nahmen zum Erhalt und zur Rettung durchgeführt werden.

Die Biologische Vielfalt ist wie in vielen Teilen des Landes auch in Worms gef?hrdet bzw. bereits stark beeintr?chtigt. So stellen sich die westlichen Wormser Gebiete mit Ihren Riedelfl?chen zwischen Eisbach, Pfrimm und Lachgraben in vielen Bereichen für den Betrachter als lebensraumferne und artenarme Gebiete dar. Die Niederungsfl?chen an den Gew?ssern und entlang des Rheins sind dagegen Restrefugien einer Vielzahl besonders oder streng geschützter und z. T. nur in besonderen Biotopen vorkommenden Arten. Für beide Landschaftsteile werden nachfolgend Arten und Projekte vorgestellt:

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BUND-Ausstellung "Biologische Vielfalt" 2012 in Worms?
BUND-Ausstellung "Biologische Vielfalt" 2012 in Worms

Ausblick

?Die Vielfalt der Natur ist bezaubernd, faszinierend – und verschwindet. Fast unmerklich.“ So beginnt der Text der ersten Infotafel zu einer Wanderausstellung des BUND zum Thema ?Biologische Vielfalt – Vielfalt des Lebens“. Ein Drittel aller Tier- und 40 % aller Pflanzenarten stehen in Deutschland auf der Roten Liste gef?hrdeter Arten. Das Ziel, den Artenverlust bis zum Jahr 2010 aufzuhalten, haben die EU und Deutschland verfehlt. Das Artensterben geht weiter. Hauptgründe dafür sind:?

  • die Zerst?rung und Zerschneidung von Lebensr?umen,?
  • die intensive Landwirtschaft und die Belastung mit Schadstoffen.?

Doch es gibt auch M?glichkeiten den drohenden Artenverlust zu stoppen. Die aufgezeigten, geplanten oder bereits umgesetzten Ma?nahmen geben Hoffnung. Jede auch noch so kleine Ma?nahme, die auch jeder vor seiner eigenen Haustür umsetzen kann, wirkt sich aus. Die Themen reichen von dem Kauf regionaler Produkte, insbesondere aus der ?kologischen Landwirtschaft, bis hin zu Nisthilfen für V?gel, Flederm?use und dem ?Wildnis wagen“ im eigenen Garten.

Der Erhalt der BIOLOGISCHEN VIELFALT geht uns alle an.?

Es ist ein hoher Wert.

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Kontakt

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Wolfgang Reich

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