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Dalbergakademie 2019: "Polen - immer Richtung Westen"

Die n?chste?Dalbergakademie findet im August und September 2019 unter dem Titel "Polen - immer Richtung Westen" statt.

Der Veranstaltungsort: Schloss Herrnsheim, einst Sitz der Dalberger (Foto: Bernward Bertram)
Der Veranstaltungsort: Schloss Herrnsheim, einst Sitz der Dalberger (Foto: Bernward Bertram)
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Programm 2019:

Gru?wort für die Stadt Worms

Die?franz?sische Aufkl?rung war sowohl für Polen als auch für das Rheinland ein?pr?gender Impuls aus dem Westen für die Verfassungsgeschichte. Die Idee?eines?Nationalstaats orientierte sich am Modell der Gewaltenteilung und betonte die?Bedeutung einer unabh?ngigen Justiz. Daher ist es auch kein Wunder,?dass die?polnische Emigration sich nach der Niederschlagung des gegen die?Zarenherrschaft gerichteten Novemberaufstands von 1830 auf den Weg nach?Westen?machte und beim Hambacher Fest 1832 als Geistesverwandte freudig begrü?t wurde.

In?Hambach betonten alle Teilnehmer*innen den Wert von Pressefreiheit und?europ?ischer Zusammenarbeit. So ist auch der Titel der Dalbergakademie?2019?Polen?– immer Richtung Westen?zu verstehen. Es ist die gleiche Richtung, in der?auch die Dalberger in Schloss Herrnsheim um 1800 dachten und in die?sich die?rheinische Verfassungsgeschichte im 19. Jahrhundert entwickelte.

Die?Dalbergakademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Schloss Herrnsheim mit der?geplanten Sanierung auch den Geist des Ortes zu vergegenw?rtigen.?2018 wurde?daher gemeinsam mit dem Orientinstitut Istanbul das Programm?Die andere?Türkei?organisiert. 2019 hat die Stadt Worms gemeinsam mit dem?Deutschen?Polen-Institut in Darmstadt Polen in seiner besonderen Ausrichtung auf den?Westen zum Thema gemacht.

Besonders?eingeladen sind daher zu den Veranstaltungen alle polnischen Bürger*innen, die?in Worms, Rheinhessen, der Pfalz und den Metropolregionen?Rhein-Main und?Rhein-Neckar leben. Ein herzlicher Dank gilt allen Vortragenden und?Kooperationspartnern.

Volker?Gallé
Kulturkoordinator?der Stadt Worms

Gru?wort für das Deutsche Polen-Institut Darmstadt

Es?war eine Sensation, als in den ersten Monaten des Jahres 1832 hunderte?polnischer Offiziere durch die hessischen Lande zogen. In Friedberg, Frankfurt?oder Gro?-Gerau, auch in Worms wurden die geschlagenen Helden des?Novemberaufstands 1830/1831 begeistert begrü?t.

Heute?ist die Gegenwart von Polinnen und Polen und Menschen mit polnischem?Hintergrund in Deutschland Normalit?t:?Rund zwei Millionen leben unter?uns, in allen Teilen der Republik. Auch dadurch ist uns ein einst unbekanntes,?zeitweise auch von der Propaganda verteufeltes Land n?her gekommen. Aber?wie?viel wissen wir wirklich über unseren gr??ten ?stlichen Nachbarn?

Seit?vierzig Jahren ist es die Aufgabe des Deutschen Polen-Instituts, immer wieder?neue Wege zu finden, um über Polen zu informieren, Verst?ndnis zu?wecken,?Menschen zusammenzubringen. Deshalb freut es uns ganz besonders, dass uns die?Stadt Worms gebeten hat, gemeinsam in Schloss Herrnsheim?eine kleine?Veranstaltungsreihe zu Polen auf die Beine zu stellen. Musik und Bilder, historische?und aktuelle Informationen sollen einen kleinen Einblick in?den gro?en Reichtum?deutsch-polnischer Verflechtung und polnischer Geschichte geben.

Wenn?Sie, angeregt durch die Polen-Tage in Worms, neugierig geworden sind, so müssen?Sie zun?chst einmal gar nicht weit fahren ? : Das Deutsche Polen-Institut im?Residenzschloss zu Darmstadt bietet mit seiner einzigartigen Bibliothek und?seinen Veranstaltungen eine ganz naheliegende M?glichkeit, sich mit?Polen zu?besch?ftigen. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei ? !

Meine?besten Wünsche und gutes Gelingen!

Prof.?Dr. Dieter Bingen
Direktor?des Deutschen Polen-Instituts

Dr. Andrzej Kaluza (Foto: Karolina Sobel)

Dienstag,?20. August 2019,?19 Uhr
Blauer?Saal, Schloss Herrnsheim

Nachbar?Polen. Eine politische Landeskunde

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  • Vortrag?von?Dr. Andrzej Kaluza (Deutsches Polen-Institut Darmstadt)
  • Musikalische?Begleitung: Piotr Zaleski und Piotr ?ykowski (Musikhochschule Wróc?aw)?: Lieder von?Stanis?aw Moniuszko.?
  • Eintritt frei.

Seit?fünfzehn Jahren ist unser Nachbar Polen Mitglied der EU. Das Land feiert in?diesem Jahr gleichzeitig den 30. Jahrestag des friedlichen Wechsels vom?kommunistischen System zur Demo-kratie und freien Marktwirtschaft. Dr. Andrzej?Kaluza spricht über die Herausforderungen der Transformation in den?Bereichen?Politik (Demokratieaufbau, Dekommunisierung, Hinwendung zur NATO und EU),?Wirtschaft (erfolgreiche Marktwirtschaft, soziale Kosten der?Wirtschaftstransformation), Gesellschaft (tiefe Gr?ben im Kampf um Symbole?zwischen konservativen und modernen Eliten, Rolle der Kirche). Auch?jüngste?Entwicklungen werden in dem Vortrag behandelt.

Andrzej?Kaluza ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts?Darmstadt und Herausgeber des?Jahrbuchs Polen?sowie des über die?Bundeszentrale für politische Bildung zu beziehenden Lesebuchlexikons?Polnische?Spuren in Deutschland. Er studierte Germanistik und Niederlandistik an der?Universit?t Wróc?aw und promovierte in Politikwissenschaft an der Universit?t?Frankfurt am Main.

Piotr?Zaleski unterrichtet Gitarre an der Musikhochschule Wróc?aw. Er gab in Polen?und im Ausland Konzerte als Gitarrist und Lautenist, auch mit dem?2009?gegründeten Ensemble Jacaras. Meisterkurse führten ihn nach Deutschland,?Spanien, Litauen, Estland und Slowenien. Zurzeit ist er Prorektor für?künstlerische Angelegenheiten.

Piotr??ykowski hat als Kontra-tenor zahlreiche Preise und Auszeichnungen gewonnen. Er?hat im Repertoire etwa hundert Kantaten und Oratorien.?Unabh?ngig von der?T?tigkeit als Solo-S?nger (über 1100 Aufführungen) ist er Professor für?musikalische Künste und Dekan der Gesangfakult?t an der?Musikhochschule?Wróc?aw.

Das?Duo kommt mit einem Liederprogramm von Stanis?aw Moniuszko (1819–1872). Er?wurde 1858 zum Chefdirigenten der Nationaloper in Warschau?ernannt. Mit der?romantischen Musiksprache seiner Zeit schuf er Kunstwerke, die den Geist des?V?lkerfrühlings im 19. Jahrhundert atmen, darunter die?zw?lfb?ndige Reihe??piewnik?domowy.?Obwohl viele Lieder einfach sind, überwiegend strophisch, greifen manche eine?Form des Dialogs oder der Ballade auf.?Der Ursprung der Moniuszko’schen melodischen?und rhythmischen Patterns liegt oft in der polnischen und wei?russischen?Musikfolklore?; der gr??te?Teil?der vertonten Texte stammt von prominenten polnischen Schriftstellern wie?Adam Mickiewicz, Wincenty Pol, W?adys?aw Syrokomla und Teofil Lenartowicz.

Dr. Peter Oliver Loew (Foto: Katarzyna Sobol)

Mittwoch,?21. August, 19 Uhr
Blauer?Saal, Schloss Herrnsheim

Polnische?Spuren am Rhein

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  • Vortrag?von?Dr. Peter Oliver Loew, (Deutsches Polen-Institut Darmstadt)
  • Musikalische?Begleitung: Vitold Rek und Burkard Kunkel, ?The Art of Two?.?
  • Eintritt frei.
Polinnen?und Polen sind aus der Geschichte Deutschlands nicht wegzudenken. Auch?beiderseits des Rheins haben sie zahlreiche Spuren hinterlassen. Peter?Oliver?Loew berichtet kurzweilig von Bisch?fen und Metzgern, geschlagenen Helden und?leidenden Opfern, gro?en Dichtern und kleinen Orten des Alltags?in Rheinhessen?und Südhessen.

Peter?Oliver Loew ist Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut?Darmstadt und u. a.?Mitherausgeber von?Polnische Spuren in?Deutschland ? ?und von?Lebenspfade.?Polnische Spuren in RheinMain.

Burkard?Kunkel (Zither, Bassklarinette, Bassetthorn) und Vitold Rek (Kontrabass,?Mandoline, Gesang) sind das Duo ?The Art of Two?. Die Besetzung ist?ein Unikum?der Jazzgeschichte. Eing?ngige Themen, balladeske Stimmungen, aber auch?sperriges Material, Innovatives weitab von g?ngigen Klischees,?Musik irgendwo?zwischen Jazz, neuer Musik, Blues, Folk und improvisierter Musik klingt an und?zeigt, dass Jazz noch lebt. Die beiden Musiker wenden sich?auch zurück zur?polnischen und bayerischen Volksmusik und lassen diese in neuem Gewand?erklingen.
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Radówek (Klein Rade), Kreis Rzepin (Reppen). Eine Familie ostpolnischer Vertriebener aus Zaleszczyki, Oblast Ternopil, vor ihrem neuen Heim.

Donnerstag,?22. August, 19 Uhr
Blauer?Saal, Schloss Herrnsheim

Zu?Hause an der Oder. Erinnerungen und Bilder von der neuen Heimat in Westpolen

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  • Vortrag?mit Lichtbildern von Prof. Dr. Beata Halicka (Adam-Mickiewicz-Universit?t Poznań)
  • Eintritt?frei.

Der?Oderraum ist eine Region, die vom Zweiten Weltkrieg und von erzwungenen?Migrationen besonders stark betroffen wurde. ?stlich der Oder und Nei?e?mussten?die meisten Deutschen ihre Heimat verlassen. An ihre Stelle trat die polnische?Bev?lkerung, die zum gro?en Teil ebenso aus Flüchtlingen und?Vertriebenen?bestand. Der Prozess der kulturellen Aneignung der Region vollzog sich auf?unterschiedlichen Wegen. Sinnlose Zerst?rung und Tilgung des?Vorgefundenen?gingen oft einher mit dem Wiederaufbau des im Krieg Zerst?rten sowie mit einem?mühsamen Neuanfang, der auch die mitgebrachten?Traditionen bewahren wollte.?Nach turbulenten Nachkriegsjahren, die oft als die Zeit von ?Polens Wildem?Westen? bezeichnet wird, stabilisierte sich die?Lage allm?hlich. Es dauerte jedoch?noch etwa drei Generationen, bis sich die neuen Bewohner der Region an der Oder?zu Hause fühlen konnten.

Woher?kamen die Menschen??Warum?dauerte die Beheimatung so lange??Diesen Fragen wird im Vortrag mithilfe von aufgeschriebenen Memoiren und Fotos?aus der Nachkriegszeit nachgegangen. Beata Halicka ist Professorin an der?Historischen Fakult?t der Adam-Mickiewicz-Universit?t in Poznań. Sie ist?Autorin mehrerer Bücher und Artikel sowie die Herausgeberin der Anthologie?Mein?Haus an der Oder. Erinnerungen polnischer Neusiedler in Westpolen nach?1945.?Für das Buch?Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle?Aneignung des Oderraums 1945–48?erhielt sie 2016 den Identitas-Preis für?das?beste historische Buch in Polen.

Spielt im Film eine Rolle: ver-falle-ne Kirche im Dorf Kniazie bei Lubycza Królewska. (Bildquelle: wikipedia)

Mittwoch,?4. September, 20?Uhr
Kinowelt?Worms, Wilhelm-Leuschner-Stra?e 20

Polnischer?Film:?Cold War – Breitengrad der Liebe

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  • Eintritt frei.

W?hrend?des polnischen Wiederaufbaus ist der begabte Komponist Wiktor auf der Suche?nach traditionellen Melodien für ein neues Tanz- und Musik-Ensemble. Dem?Kulturleben seines Landes m?chte er so frisches Leben einhauchen. Unter seinen?Studentinnen ist auch die S?ngerin Zula, gleich im ersten?Augenblick?elektrisiert sie Wiktor. Sch?n, hinrei?end und energiegeladen ist Zula schon?bald der Mittelpunkt des Ensembles und die beiden verlieben sich?ineinander.?Ihre brennende Leidenschaft scheint keine Grenzen zu kennen. Doch als das?Repertoire des Ensembles zunehmend politisiert wird, nutzt Wiktor?einen?Auftritt in Ostberlin, um in den Westen zu fliehen. Zula bleibt der?verabredeten Flucht fern und doch führt das Schicksal die beiden Liebenden?Jahre?sp?ter erneut zueinander. Wiktor begegnet Zula in Paris, doch so flammend?ihre Liebe, so zerrissen ist das Paar, und Zula muss eine tiefgreifende?Entscheidung?treffen. Zwischen Heimat und Exil, zwischen Leidenschaft und Verlust sind?Frankreich, Jugoslawien und Polen die Schaupl?tze der fatalen?Liebe eines?Paares, das vor dem Hintergrund des Kalten Krieges ohne einander nicht leben?kann und miteinander fast keinen Frieden findet.

In?seinem einzigartigen Meisterwerk erz?hlt der Oscar?-Preistr?ger Pawe??Pawlikowski (IDA) von der schier unb?ndigen, zutiefst menschlichen Kraft der?Liebe.

Der?Film wird in deutscher Synchronisation gezeigt.

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Hauptdarstellerin Agnieszka Mandat auf der Berlinale 2017 (Bildquelle: wikipedia)

Mittwoch,?11. September, 20?Uhr
Kinowelt?Worms, Wilhelm-Leuschner-Stra?e 20

Polnischer?Film: Agnieszka?Holland ?- Die Spur

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  • Eintritt?frei.

Die?schrullige Einzelg?ngerin Janina Duszejko, pensionierte Ingenieurin und?Aushilfslehrerin für Englisch, lebt mit ihren zwei Hunden zurückgezogen in?einem Haus im Wald und hat Leidenschaften: Astrologie und die Tiere in ihrem?Wald, mit denen sie in perfekter Harmonie leben k?nnte, wenn ihr Tal nicht?ein?begehrtes Jagdrevier w?re. Ein spannender feministischer Film gegen das T?ten?von Tieren aus Sportsgeist und als M?nnlichkeitsritual.

Nach?ihrem Ausflug in die Welt der Serien meldet sich Agnieszka Holland mit einem?subversiven Krimi auf der gro?en Leinwand zurück.?Die Spur?spielt in?einer Landschaft mit wechselnden Jahreszeiten, deren wilde Sch?nheit jedoch?nicht über die Korruption, Grausamkeit und Dummheit ihrer Bewohner?hinwegt?uscht. Fest verwurzelt in der Realit?t der polnischen Provinz, ist der?Film so anarchistisch wie seine Heldin. Ein waghalsiger Genremix aus?komischer?Detektivstory, spannendem ?kothriller und feministischem M?rchen, der im?Wettbewerb der diesj?hrigen Berlinale seine Weltpremiere feierte?und mit einem?Silbernen B?ren ausgezeichnet wurde.

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Bei Fragen zur Dalbergakademie in Worms, wenden Sie sich bitte an die st?dtische Kulturkoordination:

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