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Meir von Rothenburg (1215-1293)

Meier von Rottenburg (auch Meir ben Baruch genannt) war eine bedeutende Autorit?t in jüdischen Glaubens- und Rechtsfragen. Seine Grab in Worms ist Anlaufpunkt für jüdische Besucher aus aller Welt.

In Worms fand Meir ben Baruch, verstorben 1293 w?hrend seiner Gefangenschaft in Wasserburg am Inn, seine letzte Ruhest?tte (links). Direkt rechts neben ihm wurde der Frankfurter Kaufmann Alexander ben Salomon Wimpfen (1307) bestattet (Foto: Internetredaktion)?
In Worms fand Meir ben Baruch, verstorben 1293 w?hrend seiner Gefangenschaft in Wasserburg am Inn, seine letzte Ruhest?tte (links). Direkt rechts neben ihm wurde der Frankfurter Kaufmann Alexander ben Salomon Wimpfen (1307) bestattet (Foto: Internetredaktion)

Einer der wichtigsten jüdischen Autorit?ten

Meir, der aus einer Familie wichtiger Talmudgelehrter stammte, studierte in Würzburg, Mainz und Paris. In Paris erlebte er 1242 die ?ffentliche Verbrennung jüdischer Schriften, die sogenannte ?Pariser Talmudverbrennung“. Sein Trauerlied darüber wird in den Synagogen bis heute an Tischa beAv, dem Gedenktag für die Zerst?rung des Tempels, gesungen.

Nach seinen Studien lebte Meir mehr als 40 Jahre in Rothenburg ob der Tauber, wo er eine Jeschiwa mit 21 Zimmern, einem Lehrsaal und weiteren Einrichtungen in der N?he des Kapellenplatzes gründete, die Schüler aus ganz Europa anzog. W?hrend seiner Zeit in Rothenburg wurde Meir zu einer der wichtigsten jüdischen Autorit?ten in halachischen Rechtsfragen, mehr als 1.500 Responsen haben sich erhalten. Erst nach dem Tod seines Vaters kehrte er um 1276 nach Worms zurück.

Als 1286 K?nig Rudolf I. die jüdischen Gemeinden erneut als Kammerknechte (servi camerae) mit hohen Steuern belegte, kam es zu einer Auswanderungswelle nach Pal?stina. Meir, der die Auswanderung im Wesentlichen als spirituelles Erlebnis sah, wollte sich dieser mit seiner Familie anschlie?en, wurde aber noch vor dem überschreiten der Alpen als Anstifter der Auswanderung von einem Apostaten denunziert, von Graf Meinhard von G?rz verhaftet, an Rudolf I. ausgeliefert und zun?chst in Ensisheim und sp?ter in Wasserburg am Inn eingekerkert.

Um die Steuerverluste durch die Auswanderung auszugleichen, forderte Rudolf I. von den jüdischen Gemeinden ein L?segeld. Die Verhandlungen über eine Freilassung wurden von Meirs Schüler Ascher ben Jechiel geleitet, blieben aber trotz hoher Zahlungsangebote erfolglos, da Meir eine Zahlung selbst ablehnte, um keinen Pr?zedenzfall für die Verhaftung anderer Rabbiner zu schaffen.

Meir starb 1293 in Gefangenschaft. Erst 1307 konnte Meirs Leichnam durch den Frankfurter und vermutlich aus Wimpfen stammenden Kaufmann Alexander ben Salomon, genannt "Sü?kind Wimpfen", für mehr als 20.000 Pfund Silber ausgel?st werden. Meirs Gebeine wurden in Worms auf dem jüdischen Friedhof "Heiliger Sand" beerdigt. Direkt neben ihm wurde Alexander ben Salomon begraben, der noch 1307 verstarb.

Die Grabsteine von Meir von Rothenburg und Alexander ben Salomon Wimpfen auf dem Heiligen Sand in Worms werden von jüdischen Besuchern aus der ganzen Welt aufgesucht.



(Quelle: Wikipedia)

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