75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz

27.01.2020

75 Jahre ist es her, dass Soldaten der Roten Armee das KZ Auschwitz befreiten. OB Kessel erinnerte bei einer Gedenkveranstaltung an die Gr?ueltaten.

Auch Wormser Juden fanden in Vernichtungslagern den Tod. Die jüdische Gemeinde wurde komplett zerst?rt. Im Gedenken an die Opfer legte OB Kessel am Mahnmal für die Opfer des Faschismus einen Kranz nieder.?
Auch Wormser Juden fanden in Vernichtungslagern den Tod. Die jüdische Gemeinde wurde komplett zerst?rt. Im Gedenken an die Opfer legte OB Kessel am Mahnmal für die Opfer des Faschismus einen Kranz nieder.

Auschwitz Synonym für systematischen V?lkermord

Ein "Denktag" sei der 27. Januar, der Tag der Befreiung von Auschwitz.? Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schafften Orientierung für die Zukunft, ist sich Oberbürgermeister Adolf Kessel sicher. Wie in jedem Jahr hatte der Oberbürgermeister zu der Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus eingeladen.?

In seiner Ansprache rekapitulierte der Stadtchef die Ereignisse in Verbindung mit Auschwitz, dem Synonym schlechthin für systematischen V?lkermord. Die nackten Zahlen k?nnen, so schlimm und drastisch sie sind, das Grauen, das den Menschen in den Konzentrationslagern widerfuhr, nicht ann?hernd wiedergeben. Allein in Auschwitz wurden 1,1 Millionen Menschen ermordet. Den NS-Machthabern dienten diese Konzentrationslager nur einem Zweck: Dort wurden seit Anfang 1933 alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert. Ab 1941 wurden sie zu regelrechten Vernichtungsmaschinerien. Ziel war "eine Gesamtl?sung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet in Europa". Was recht bürokratisch und nüchtern klingt, bedeutet nicht weniger als die Ermordung von Millionen von Juden.?
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Menschenwürde muss Richtschnur des Handelns sein

Die systematische Deportation der deutschen Juden begann im Oktober 1941, die ersten von ihnen starben am 25. November 1941 bei Massenerschie?ungen im litauischen Kaunas.

Ende 1941 begann in Auschwitz die Massenvernichtung. Im Lager Birkenau wurden seit Juni 1942 Deportierte aus ganz Europa an der Rampe "selektiert", also entweder sofort in die Gaskammern oder in die Zwangsarbeit geschickt. Umso zynischer ist daher der Spruch am Eingangstor: "Arbeit macht frei". Wer nicht sofort vergast wurde, starb meist w?hrend der unmenschlichen Zwangsarbeit.?

Oberbürgermeister Kessel erinnerte in seiner Ansprache auch an die Wormser Juden, die durch das NS-Regime den Tod fanden. Die einst bedeutende jüdische Gemeinde von Worms wurde vernichtet.? Mindestens 354 Wormser wurden deportiert und ermordet. Noch vor den jüdischen Bürgern wurden insgesamt 2.800 Sinti und Roma in die polnischen Ghettos und Konzentrationslager verschleppt, unter ihnen auch 71 Personen aus Wormser Sinti-Familien.??

Angesichts der erwartbaren Niederlage gegen die vordringenden Russen ermordeten die Nationalsozialisten in einer einzigen Nacht 10.000 H?ftlinge und zerst?rten Beweise ihrer Gr?ueltaten wie Gaskammern und Krematorien. Im Rahmen der so genannten Todesm?rsche gen Westen sollten Gefangene in andere?Konzentrationslager verlegt werden. Auch dabei starben unz?hlige Menschen.?

Bei der Befreiung von Auschwitz fanden die russischen Soldaten 650 Leichname und 7.600 überlebende vor, die meisten von ihnen jedoch mehr tot als lebendig. Doch auch nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ging das Morden weiter: Noch im April 1945 wurden mindestens 7.000 H?ftlinge in Buchenwald ermordet.?

"Unser Grundgesetz zieht die Lehre aus dem Grauen des Nationalsozialismus und dem Scheitern der Weimarer Republik, indem es in Artikel 1, Absatz 1 feststellt: ?Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das muss unbedingt die Richtschnur unseres Handelns sein; und zwar sowohl politisch als auch gesamtgesellschaftlich", betonte OB Kessel in seiner Ansprache.? Jeder Mensch, der in Deutschland lebe, müsse sich zu den Werten unseres Grundgesetzes bekennen, so der Stadtchef. In diesem Zusammenhang forderte er ein deutliches Vorgehen des Staates gegen Verunglimpfung, Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Radikalismus.

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus legte er am Mahnmal einen Kranz nieder. Vertreter der Lebenshilfe legten au?erdem Rosen nieder.?

Quelle: Stadt Worms
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