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Landesausstellung: neo.studio stellt Pl?ne vor

22.05.2019

neo.studio aus Berlin ist verantwortlich für die Szenografie der Lutherausstellung 2021 in Worms. Das Konzept wurde nun dem Kulturausschuss vorgestellt.

Ausstellung als Erlebnisraum: scheinbar "schwebende" Flugbl?tter und "Wormser Fenster" sollen die Besucher in die jeweilige Szene "hineinziehen". (Vorschau-Grafik: @ neo.studio neumann schneider architekten, Berlin)?
Ausstellung als Erlebnisraum: scheinbar "schwebende" Flugbl?tter und "Wormser Fenster" sollen die Besucher in die jeweilige Szene "hineinziehen". (Vorschau-Grafik: @ neo.studio neumann schneider architekten, Berlin)

Mehrfach ausgezeichnetes Gestaltungsbüro mit im Boot

Die Landesausstellung "Hier stehe ich. Gewissen und Freiheit – Worms 1521" nimmt das 500-j?hrige Jubil?um der Widerrufsverweigerung Martin Luthers auf dem Wormser Reichstag zum Anlass, um die Entwicklungsgeschichte der Gewissensfreiheit, die durch das Ereignis 1521 einen entscheidenden Impuls empfing, anhand zahlreicher Beispiele bis in die Gegenwart aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.

Nachdem Kirchenhistorikerin Dr. Katharina Kunter kürzlich in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Beirat und dem Museumsteam alle inhaltlichen Aspekte der Ausstellung definiert hat, steht nun fest: ?neo.studio neumann schneider architekten“ aus Berlin ist verantwortlich für die r?umliche Gestaltung der Sonderausstellung. Das mehrfach ausgezeichnete Gestaltungsbüro stellte seine ersten Pl?ne für die Inszenierung der Ausstellungsinhalte am Dienstag, 21. Mai, dem Kulturausschuss vor.

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"N?chster Meilenstein in den Vorbereitungen"

?Das Büro neo.studio war bereits für zahlreiche namhafte Museen und Institutionen t?tig – darunter für das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, für die Bundeskunsthalle in Bonn oder für das Kunstmuseum Bern, um nur einige wenige zu nennen“, freut sich Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek auf die Zusammenarbeit mit den Architekten Tobias Neumann und Moritz Schneider.?

?Nach der inhaltlichen Konzeption ist die Szenografie der Ausstellung, das hei?t die Darstellung der Inhalte in den Ausstellungsr?umen, der n?chste Meilenstein in den Vorbereitungen. Den gehen wir mit Beauftragung von neo.studio nun an“, erg?nzt Olaf Mückain, wissenschaftlicher Leiter des st?dtischen Museums.??Zu den Elementen der Ausstellungsszenografie geh?rt neben der Gestaltung der Ausstellungsarchitektur mit skulpturalen raumbildenden Objekten, Vitrinen und besonderen Konstruktionen, auch die Planung von Medienstationen, die Objekt- und Abteilungsbeschilderung oder der Einsatz von Beleuchtung“, erkl?rt Ulrike Breitwieser, Verwaltungsleiterin des Museums der Stadt Worms.?

Pl?ne zur Gestaltung der Sonderausstellung

Im Mittelpunkt der Ausstellung vom?17. April bis zum 31. Oktober 2021?stehen zun?chst der Auftritt Martin Luthers in Worms sowie dessen Bedeutung und Mythos, der zeitnah mit dem historischen Ereignis entstand und bis heute eine ungeheure Dynamik entwickelt. In einem zweiten Teil fokussiert die Ausstellung die Themen Gewissensfreiheit und Protest, sowohl mit als auch ohne Bezug zu Luthers Wirken. Die Ausstellung will aufzeigen, unter welchen gesellschaftlichen und historischen Bedingungen Protest formuliert wurde, welche Rolle die Gewissensfreiheit spielte und welche Folgen Protest für die Gesellschaft hat. Insgesamt soll die Ausstellung rund zw?lf Themeninseln umfassen, die sich auch immer wieder mit Protest und protestierenden Individuen im Geschichtsverlauf befassen.?

Die Ausstellungsbereiche und ihre Themeninseln sind als eigenst?ndige Raumbilder mit stark inszenatorischem Charakter angelegt. ?So planen wir beispielsweise, dass sich an einer Stelle in der Ausstellung zahlreiche Flugbl?tter über den K?pfen der Besucher erheben, die scheinbar über sie ?hinwegfliegen“ und sie so f?rmlich in die dargestellte Szene ?hineinziehen“, erkl?ren die Architekten Tobias Neumann und Moritz Schneider.?

Ein weiteres Element im Konzept der Architekten sind ?Wormser Fenster“. ?Durch diese farblich abgesetzten ?Fenster“ wollen wir innerhalb der gesamten Ausstellung immer wieder den Bezug zu Worms herstellen“, erkl?ren sie. Beispielsweise soll auf das Wirken von Peter Sch?ffer geblickt werden, der in Worms mit reformatorischen Kreisen in Kontakt kam und der unter anderem 1529 die sogenannte ?Wormser Bibel“, die erste protestantische Vollbibel in?deutscher Sprache , druckte.?

?Die entstehende Ausstellungslandschaft wird natürlich auf die heterogene und historische Bausubstanz der R?umlichkeiten eingehen“, so Projektleiter Tobias Neumann: ?In der Andreaskirche – in die auch Kasse, Shop und Garderobe integriert werden sollen –wollen wir beispielsweise Inselmodule mit gro?fl?chigen Grafiktr?gern einsetzen. Diese k?nnen als Objekttr?ger von 3D-Statistiken, Exponaten oder Medienstationen dienen.“ Die Ausstellungsmodule sollen aufgrund ihres Bausatzsystems so entwickelt werden, dass ein Teil davon nach der Sonderausstellung wiederverwendet werden kann.?

Den Wormser Verantwortlichen ist es ein Anliegen, dass die Ausstellung interaktiv ist und den Besuchern die M?glichkeit zur Reflexion gibt. ?Wir m?chten das Bewusstsein für Gewissenskonflikte und Zivilcourage sch?rfen“, erl?utert Mückain. ?Wir planen deshalb, die Besucher durch einen ?Raum der Frageb?gen“ in die Thematik einzubinden“, so die Architekten. Hier sollen sich die Besucher zu aktuellen Herausforderungen ?u?ern k?nnen, die sich im Zusammenhang mit Gewissensfreiheit stellen.?

Zu den n?chsten Schritten geh?rt es nun, dass beide Konzepte – das inhaltliche und das gestalterische – im Detail zusammengeführt werden, um so das finale ?Drehbuch“ für die Ausstellung in Worms entstehen zu lassen.

Infos zur geplanten Landesausstellung 2021 in Worms

Quelle: Stadt Worms / Kultur und Veranstaltungs GmbH
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