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Gremien beraten über UNESCO-Bewerbung

02.04.2019

Die Bewerbung der SchUM-St?tten um den Titel "UNESCO-Welterbe" schreitet voran. In den n?chsten Wochen wird sich auch die Politik damit befassen.

In den n?chsten Wochen beraten die st?dtischen Gremien über Details des Antrags.?
In den n?chsten Wochen beraten die st?dtischen Gremien über Details des Antrags.
Der ?lteste jüdische Friedhof in Europa, der "Heilige Sand", mit seinem berühmten "Martin-Buber-Blick" geh?rt zu den SchUM-St?tten...?
Der ?lteste jüdische Friedhof in Europa, der "Heilige Sand", mit seinem berühmten "Martin-Buber-Blick" geh?rt zu den SchUM-St?tten...
... ebenso wie die zur Zeit aus baulichen Gründen gesperrte Mikwe an der Synagoge. ?
... ebenso wie die zur Zeit aus baulichen Gründen gesperrte Mikwe an der Synagoge.

Weitreichende Verpflichtung gegenüber jüdischem Erbe

Rund 1.000 Seiten werden die Endversionen des Bewerbungsdossiers und des so genannten Managementplans für den Antrag bei der UNESCO umfassen; noch in dieser Woche wird der Haupt- und Finanzausschuss unter anderem über die ma?geblichen Eckpunkte beraten. Im Rahmen eines Pressegespr?chs informierten nun Oberbürgermeister Michael Kissel, Dr. Stefanie Hahn vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK), Dr. Susanne Urban, Gesch?ftsführerin des SchUM-Vereins, der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Dr. Peter Waldmann, und Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky über den Sachstand der UNESCO-Bewerbung der SchUM-St?tten als Weltkulturerbe.

OB Kissel sprach dabei von einer ?Marathon-Aufgabe“, die 2004 mit seinem Vorschlag an die Landesregierung begonnen und nun auf die Zielgerade einbiege. ?Wir müssen uns jedoch darüber im Klaren sein, dass die Aufgabe weit über den Antrag und die erhoffte Anerkennung hinausgeht. Wir gehen eine weitreichende Verpflichtung für unser jüdisches Erbe ein“, betonte der Stadtchef mit Blick auf die nahezu ein Jahrtausend w?hrende Geschichte der durch die NS-Diktatur ausgel?schten jüdischen Gemeinde Worms.

Antrag muss bis August vorliegen

Darüber wird nun zun?chst der Haupt- und Finanzausschuss in seiner kommenden Sitzung beraten. Gegenstand der Beratungen werden der um die SchUM-Elemente aktualisierte Vertrag zwischen der Stadt Worms und der jüdischen Gemeinde Mainz/Worms, die Antragsunterlagen (Nominierungsdossier und Managementplan) und das ?Memorandum of Understanding“ sein. Am 17. April wird schlie?lich auch der Stadtrat über die drei Themen abstimmen.

Dr. Stefanie Hahn erl?uterte den weiteren zeitlichen Ablauf des Procederes: Bis August dieses Jahres müssten die gesamten Antragsunterlagen in englischer übersetzung vorliegen und an die Kultusministerkonferenz übergeben werden. Diese übermittle die Unterlagen dann über das Ausw?rtige Amt an die UNESCO, die die Bewerbung auf Vollst?ndigkeit überprüfe.?2020 erfolge die inhaltliche Prüfung der Unterlagen durch die UNESCO, so Dr. Hahn, über die Aufnahme entscheide die UNESCO schlie?lich im Juni/Juli des Jahres 2021. Allzu viel Zeit bleibt also nicht mehr, bevor es für die drei St?dte Worms, Mainz und Speyer in die hei?e Phase geht. ?Umso wichtiger ist es, dass auch die Kommunen voll hinter dem Antrag stehen“, unterstreicht Dr. Stefanie Hahn.

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Chance auf neue Form der Erinnerungskultur

Dr. Susanne Urban, die für den Managementplan verantwortlich zeichnet, hob insbesondere die gute Entwicklung in Worms hervor: ?Hier ist schon viel in Bewegung, etwa, was überlegungen zu künftigen Besucherzentren oder Besucherführung betrifft“, erkl?rte sie. Susanne Urban lobte zudem die gute Zusammenarbeit mit den für die Monumente und deren Unterhaltung zust?ndigen st?dtischen Stellen und mit der Stadtplanung, die bereits die planungsrechtliche Sicherung der jüdischen Kulturst?tten auf den Weg gebracht habe. Auch die intensive ?ffentlichkeitsarbeit habe für eine weite Verbreitung des Welterbe-Projektes in der Bev?lkerung gesorgt, so Dr. Urban.

Was der Antrag bei der UNESCO für die jüdischen Gemeinden betrifft, erl?uterten Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky und Dr. Peter Waldmann, stellvertretender Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Mainz/Worms: ?Wir als jüdische Gemeinde erhoffen uns auch eine St?rkung nach innen und dass wir selbst an der Aufgabe wachsen“, betonte Dr. Peter Waldmann. Zudem sieht er in der UNESCO-Bewerbung die Chance auf eine neue Form der Erinnerungskultur, die über die Shoah hinausgeht. ?Wir freuen uns, dass durch den Antrag mehr über unsere Geschichte und ihre Bedeutung, auch für Deutschland, bekannt wird“, erg?nzte der Rabbiner. Wichtig sei ihm jedoch auch, dass die Authentizit?t der Kulturst?tten bewahrt bleibe. Und genau dieser Aspekt ist ein wichtiges Kriterium für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe, weshalb die Stadt nun auch den Vertrag mit der jüdischen Gemeinde erneuert und um die Bestandteile des Managementplans erg?nzt. Darin verpflichtet sich die Stadt, die jüdischen St?tten zu erhalten und zu bewahren.

Oberbürgermeister Michael Kissel verwies vor diesem Hintergrund nochmals auf die Bedeutung des jüdischen ?Warmaisa“ für das aschkenasische Judentum. ?Zwar steht das immaterielle jüdische Erbe nicht im Fokus der Bewerbung, doch natürlich wird sie vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit den SchUM-St?tten nochmals in das ?ffentliche Bewusstsein gerückt“, so OB Kissel.

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